Altpapier, Altpapier!

Am 16. November war es wieder soweit: Wir hatten zur Altpapier-Bündelsammlung aufgerufen. Für uns ist das Altpapiersammeln eine mehr als vierzigjährige Tradition seit 1974, auch in Zeiten der blauen Altpapiertonne.

 

Lohnt sich das Sammeln für die Vereine unter diesen Bedingungen denn überhaupt noch? Und ob! Die Stadt Heilbronn bezahlt den sammelnden Vereinen jede Tonne Altpapier mit 60 EUR. Mit dem Erlös finanzieren wir z.B. den Kauf von Instrumenten und Notenmaterial. Die jährliche Bündelsammlung ist außerdem ein Gemeinschaftserlebnis und eine Teamübung zugleich. Jeder und jede kann mithelfen, Männer und Frauen, Jungmusiker und Aktive, als Fahrer, beim Aufladen, beim Stapeln, beim Abladen oder bei der Mannschaftsverpflegung.

 

Wie bedanken uns ganz herzlich für die Unterstützung. Sammeln Sie weiter für uns und die anderen örtlichen Gemeinschaften. Oder beginnen Sie jetzt damit, Ihr Altpapier mit wenig eigenem Aufwand gewinnbringend für die örtlichen Vereine abzugeben!



Happy Birthday to you!

Die Musikkapelle St. Martinus feiert ihren 90. Geburtstag

„Da um das Jahr 1929 in Sontheim in musikalischer Hinsicht nicht viel geboten werden konnte, entschloss sich der damalige Ortsgeistliche, Pfarrer Josef Schupp, zur Neugründung einer eigenen Blaskapelle. Josef Rittenauer erklärte sich bereit, das Amt des Dirigenten zu übernehmen, wenn für die Instrumente gesorgt werde. Der Kirchenstiftungsrat beschloss, für die Instrumente aufzukommen. Man nannte diese Kapelle: Musikkapelle des Kath. Gesellenvereins.“ – soweit ein Auszug aus der Chronik der Musikkapelle St. Martinus. Erste Spieltermine waren dann im Jahr 1930 die musikalische Begleitung der Kommunionkinder vom Schulhaus Auf dem Bau zur Kirche, die Himmelfahrts- sowie die Fronleichnamsprozession.

 

Die Musikkapelle St. Martinus kann somit in diesem Jahr 2019 ihren 90. Geburtstag feiern! Aber was ist aus der 12-köpfigen Besetzung des Gründungsjahres in den zurückliegenden 90 Jahren geworden?

 

In den Jahren 1933 – 1939 wurde versucht, die Sontheimer Musikanten zu einer SA-Kapelle umzufunktionieren. Man kooperierte daraufhin zunächst mit dem Posaunenchor der Ev. Kirchengemeinde, änderte dann aber den Namen in „Musikkapelle der Kath. Kirchengemeinde“ und spielte damals nur noch reine Kirchenmusik.

 

Während bereits bei der Gründungsbesetzung ein Schlagzeug bzw. eine große Trommel dabei war, dürften die ersten Holzbläser mit dem späteren zweiten Dirigenten, Walter Herden, 1946 dazu gekommen sein.

 

Erst 1965 verzeichnet die Mitgliederdatei mit Evelin Kurz die erste Frau bzw. das erste junge Mädchen in den Reihen der Musiker.

 

Den größten Mitgliederzuwachs verzeichnet die Musikkapelle in den Siebzigerjahren aufgrund des unermüdlichen Engagements des damaligen Vorsitzenden Heinrich Schmidt, des Jugendbetreuers Albrecht Niklas und des damaligen Dirigenten Franz Kurz, der bis heute aktiv im Orchester mitspielt.

 

Ende 1975 gab sich die kirchliche Gemeinschaft den Namen „Musikkapelle St. Martinus“, auch um nicht mit dem damaligen Musikverein Sontheim verwechselt zu werden. Durch eine einheitliche Kleidung wollte man sich außerdem nach außen profilieren und entschied sich für blaue Hemden, auf denen das Sontheimer Wappen angebracht wurde.

 

Anfang 1982 gab sich die Gemeinschaft eine eigene Satzung. Sie gehörte inzwischen dem Cäcilienverband der Diözese Rottenburg/Stuttgart an.

 

In den Jahren 1990 bis 2015 hat Armin Zeh als Musikalischer Leiter die Musikkapelle entscheidend geprägt und weiter entwickelt.

 

Heute zählt die Musikkapelle St. Martinus rund 60 Mitglieder – aktive Musiker*innen, Jungmusiker*innen und Auszubildende an ihren Instrumenten. Das aktive Blasorchester probt donnerstags ab 20.00 Uhr unter der Leitung von Michael Toursel, die Jugendgruppe ebenfalls donnerstags ab 18.45 Uhr unter der Leitung von Martin Pfeiffer. Nach wie vor werden Gottesdienste und Feste der Kirchengemeinde mitgestaltet, u.a. auch die Himmelfahrts- und Fronleichnamsprozession. Darüber hinaus pflegt die Musikkapelle ein beachtliches vielseitiges Repertoire an Unterhaltungsmusik und gestaltet regelmäßig eigene kirchliche und weltliche Konzerte.

 

Unbestritten ist die Nachwuchswerbung in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels ungleich schwieriger geworden als in den Siebzigerjahren. Die Musikkapelle unterhält deshalb Kooperationen mit der Staufenbergschule und der Grundschule Horkheim. Grundschulkinder können dabei in einem zweijährigen Projekt in den Klassen 3 und 4 austesten, ob das Musizieren mit Blasinstrumenten ihre Sache ist oder nicht. Darüber hinaus sind Musiker*innen, die bereits ein Instrument spielen, im aktiven Blasorchester und der Jugendgruppe – auch zu einer „Schnupperprobe“ – jederzeit herzlich willkommen.

 

Alle, die sich mit uns verbunden fühlen oder uns kennen lernen wollen, laden wir herzlich ein, mit uns Geburtstag zu feiern!

 

Susanne Katz